Alternative Szenariokonstruktion

Die Alternative Szenariokontruktion, kurz ASC (alternativ scenario construction), ist eine Methode, mit der man vier Szenarien erzeugen kann. Es handelt sich um eine Szenariotechnik und Nutzung der Erkenntnisse aus der entsprechenden Szenarioanalyse. Die Szenarien basieren dabei auf zwei Faktoren mit sich entgegengesetzten Projektionen. Die Anordnung findet dabei auf einem Achsenkreuz an, mit vier Quadranten. Dabei baut das Szenario meistens aus Best-Case-Szenarien und Worst-Case-Szenarien auf.
Alternative Szenariokonstruktion

Alternative Szenariokonstruktion: für die Zukunft gerüstet sein

Die Alternative Szenariokonstruktion ist eine simple und robuste Szenariotechnik, um vier konsistente Szenarien zu generieren. Die Konstruktion beschränkt sich dabei auf zwei Schlüsselfaktoren mit je zwei alternativen, extremen Zukunftsprojektionen. Die Szenarien werden in einem Achsenkreuz mit vier Quadranten veranschaulicht. Dadurch grenzt sich die Methode stark von der Explorativen Szenariokonstruktion oder anderen Szenario-Methoden ab, da sie weniger durch Formalisierung als stärker durch den expliziten Einsatz von Kreativtechniken, Intuition und implizitem Wissen geprägt ist.

Alternative Szenariokonstruktion auf einen Blick

  • Schnelle Methode zur Konstruktion von vier Szenarien
  • Bildung eines Szenariorahmens, der eine gute Grundlage zur Simulation und weiteren Anreicherung der Szenarien bildet
  • Zwei Schlüsselfaktoren mit je zwei alternativen gegensätzlichen Zukunftsprojektionen
  • Effiziente Szenariotechnik für zielführende Szenarioanalyse

Einführung in die Alternative Szenariokonstruktion: was es ist und was es kann

Mit der Alternativen Szenariokonstruktion lassen sich Szenarien auf Basis von zwei Schlüsselfaktoren und jeweils zwei Projektionen konstruieren. Dabei werden vier Szenarien generiert, die die extremen Ausprägungen des Erwartungshorizonts darstellen. Diese Szenarien halten einer folgenden Szenarioanalyse stand. Die Szenarien könnten dann zur Entwicklung geeigneter Strategien genutzt werden, aber auch zum Zwecke der Kommunikation oder für ein Szenario-Monitoring.

Methoden der Szenariokonstruktion: Überblick

Neben der Alternativen Szenariokonstruktion gibt es auch andere Methoden zur Szenariokonstruktion bzw. Szenariotechniken, wie die Explorative Szenariokonstruktion oder die Konsistenzanalyse. Je nach Fragestellung und gewünschtem Ergebnis kann eine Kombination aus den vorgenannten Instrumenten nötig sein. Es gibt auch Methoden, die der Szenariokonstruktion ähneln und auch für die Alternative Szenariokonstruktion verwendet werden können. Beim Backcasting wird von einem künftigen Zustand ausgegangen (also von attraktiven Zukünften) und folgend analysiert, wann in diesem Szenario welche Schritte erforderlich wären, damit das Zukunftsbild realisiert werden kann. Mit Hilfe von Computern sind Simulationen und Modelle möglich, mithilfe derer komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Variablen und Faktoren in Szenarien berücksichtigt werden können. Dies ermöglicht eine Simulation von Szenarien mit quantitativer Szenarioanalyse und deren Auswirkungen.

Schritte zur Erstellung alternativer Szenarien

Die Methode der Alternativen Szenariokonstruktion benötigt im Vorfeld eine klare Formulierung der Ziele des Szenario-Projekts, des Zeithorizonts und des Themas. Es müssen zwei Schlüsselfaktoren mit jeweils zwei gegensätzlichen Projektionen ausgewählt werden. Die Schlüsselfaktoren und die Projektionen werden auf eine kreuzförmige Achse platziert. Auch Methoden, wie die Trendanalyse oder Delphi-Methode können vorbereitend genutzt werden. Danach findet allein oder in der Gruppe interdisziplinär die Ausfüllung der Szenarien entsprechend der Schlüsselfaktoren statt. Die eben schon genannte Delphi-Methode kann auch nachträglich angewendet werden, um die Szenarien noch auf Konsistenz und Robustheit bewerten zu lassen.

Welche Fragen kann man in Bezug der Alternativen Szenariokonstruktion stellen?

  • Welche zentralen Trends und Treiber könnten die Zukunft unseres Unternehmens/der Branche beeinflussen?
  • Welche externen Einflussfaktoren könnten sich in den kommenden Jahren erheblich verändern und wie könnten sie unser Geschäft beeinflussen?
  • Welche technologischen Fortschritte oder Innovationen könnten sich in naher Zukunft entwickeln und wie könnten sie unsere Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle beeinflussen?
  • Welche Veränderungen in den Kundenpräferenzen, dem Verhalten der Verbraucher oder den soziodemografischen Mustern könnten unsere Marktchancen beeinflussen?
  • Welche politischen, rechtlichen oder regulatorischen Entwicklungen könnten sich auf unser Unternehmen auswirken?
  • Welche möglichen Szenarien könnten sich ergeben, wenn wir verschiedene Kombinationen oder Variationen der identifizierten Trends und Einflussfaktoren betrachten?
  • Welche Auswirkungen könnten diese Szenarien auf unsere Geschäftsstrategie, unsere Wettbewerbsposition, unsere Ressourcenallokation oder unsere Fähigkeit, Wachstum zu erzielen, haben?
  • Welche Anpassungen oder Vorbereitungen könnten wir treffen, um flexibel auf verschiedene Szenarien reagieren zu können?
  • Welche neuen Chancen könnten sich aus den alternativen Szenarien ergeben und wie könnten wir sie nutzen, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen?
  • Welche Risiken könnten mit den verschiedenen Szenarien verbunden sein und wie könnten wir sie proaktiv bewältigen oder mindern?

Szenarioanalyse und Bewertung der Szenarien

Mithilfe des Szenario-Prozesses soll die Vorstellung über mögliche Zukunftsräume geschärft werden. Die konstruierten Szenarien bilden dabei eine in sich konsistente Landschaft ab, die zugleich strategische Handlungsoptionen für das gegenwärtige Handeln öffnen soll. Der Vorteil gegenüber anderen Szenario-Methoden ist, dass hier nur eine Liste von 4-5 Szenarien erstellt werden, statt einer Vielzahl von Szenarien. So ist eine schnelle Analyse möglich und kann so den Umgang mit Unsicherheiten im Umfeld des Unternehmens vereinfachen.

Ein gutes Szenario zeichnet dabei folgende Aspekte aus:

  • Plausibilität
  • Verständlichkeit/Nachvollziehbarkeit
  • Trennschärfe
  • Transparenz

Integration der Szenarien in die strategische Planung

Essentiell für die Alternative Szenariokonstruktion ist, dass jedes Szenario in der Realität verankert wird. Szenarien sollten zum Nachdenken anregen, als Inspiration für neue Handlungsspielräume gelten und so ihren Beitrag zu einer zukunftssicheren Strategie leisten.

Bei einem Szenarioprozess sind einige wichtige Hinweise zu beachten, um den Prozess effektiv und aussagekräftig zu gestalten. Hier sind die wichtigsten Hinweise:

  • Klare Ziele definieren: Definieren Sie von Anfang an klare Ziele für den Szenarioprozess. Welche Fragen möchten Sie beantworten? Welche Entscheidungen sollen vorbereitet werden? Dies hilft, den Fokus zu bewahren und den Prozess gezielt auf die gewünschten Ergebnisse auszurichten.
  • Breite Perspektiven einbeziehen: Stellen Sie sicher, dass Sie eine Vielzahl von Perspektiven und Fachbereichen in den Prozess einbeziehen. Holen Sie Experten aus verschiedenen Bereichen, Stakeholder und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Hintergründen ein, um eine ganzheitliche und vielfältige Sichtweise zu gewährleisten.
  • Systematisches Vorgehen: Gehen Sie systematisch vor und verwenden Sie eine klare Methodik oder einen strukturierten Ansatz für die Szenariokonstruktion. Dies hilft, den Prozess zu organisieren, sicherzustellen, dass keine wichtigen Aspekte in der Simulation übersehen werden, und die Reproduzierbarkeit zu gewährleisten.
  • Berücksichtigung von Unsicherheiten: Szenarien basieren auf Annahmen und Unsicherheiten über die Zukunft. Es ist wichtig, diese Unsicherheiten explizit anzuerkennen und sie in den Szenarien zu berücksichtigen. Arbeiten Sie mit Wahrscheinlichkeiten, plausiblen Bandbreiten und variablen Parametern, um die Bandbreite der möglichen Zukunftsentwicklungen zu erfassen.
  • Realistische und konsistente Szenarien: Die entwickelten Szenarien sollten realistisch und konsistent sein, basierend auf den identifizierten Trends und Einflussfaktoren. Achten Sie darauf, dass die Szenarien logische Geschichten erzählen und interne Kohärenz aufweisen. Die Szenarien sollten auch mit den beobachtbaren Realitäten in Einklang stehen.
  • Kreativität und Flexibilität fördern: Obwohl ein strukturiertes Vorgehen wichtig ist, sollten Sie auch Raum für Kreativität und flexible Denkansätze lassen. Ermutigen Sie die Teilnehmer, über herkömmliche Denkmuster hinauszudenken und innovative Ideen zu generieren. Dies kann helfen, unkonventionelle Szenarien zu entwickeln und neue Perspektiven zu gewinnen.
  • Kommunikation und Diskussion: Szenarien sind kein statisches Endprodukt, sondern dienen dazu, Denkanstöße und Diskussionen anzuregen. Stellen Sie sicher, dass die entwickelten Szenarien aktiv mit den relevanten Stakeholdern kommuniziert und diskutiert werden. Dies fördert das Verständnis, ermöglicht eine breitere Perspektive und trägt zur Akzeptanz und Umsetzung der Szenarien bei.
  • Kontinuierliches Monitoring und Aktualisierung: Die Zukunft ist dynamisch und daher sollten Szenarien regelmäßig überprüft, überarbeitet und aktualisiert werden. Verfolgen Sie die Entwicklung der Trends und Einflussfaktoren, evaluieren Sie die Genauigkeit der vorherigen.

Szenariokonstruktion und Nachhaltigkeit in der Unternehmensplanung

Ähnliches gilt für die Festlegung der je zwei Zukunftsprojektionen für jede Hauptdimension. Diese Ausprägungen sollen Extreme markieren, jedoch dabei vor dem gegebenen Zeithorizont den Raum des prinzipiell Möglichen und Plausiblen nicht verlassen, der durch existierende Rahmenbedingungen abgesteckt wird. Sind die Schlüsselfaktoren passend gewählt, können die Szenarien in die Unternehmensplanung integriert werden und zu robusten und soliden Strategien führen.

Die Szenariokonstruktion spielt eine wichtige Rolle bei der nachhaltigen Unternehmensplanung aus verschiedenen Gründen:

  • Berücksichtigung von Unsicherheiten: Nachhaltige Unternehmensplanung erfordert die Berücksichtigung von Unsicherheiten und die Entwicklung von Strategien, die auf verschiedene mögliche Zukunftsentwicklungen vorbereitet sind. Die Szenariokonstruktion ermöglicht es, alternative Zukunftsbilder zu entwickeln, die verschiedene Risiken, Chancen und Herausforderungen berücksichtigen.
  • Identifizierung von Risiken und Chancen: Durch die Erstellung von Szenarien können potenzielle Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, regulatorischen Änderungen oder sich verändernden Verbraucherpräferenzen analysiert werden. Dies hilft Unternehmen, sich besser auf mögliche Auswirkungen vorzubereiten und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.
  • Langfristige Perspektive: Nachhaltige Unternehmensplanung erfordert eine langfristige Perspektive, um die Auswirkungen der heutigen Entscheidungen auf die zukünftige Nachhaltigkeit zu verstehen. Szenarien ermöglichen es Unternehmen, über einen längeren Zeithorizont zu denken und ihre Strategien entsprechend anzupassen, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.
  • Innovationsförderung: Nachhaltigkeit erfordert oft innovative Ansätze und Lösungen. Die Szenariokonstruktion ermutigt Unternehmen, kreativ zu denken und alternative Zukunftsszenarien zu entwickeln, die neue Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum und Wettbewerbsvorteile eröffnen können. Dies fördert die Innovationskraft des Unternehmens.
  • Stakeholder-Einbindung: Nachhaltige Unternehmensplanung erfordert die Einbeziehung verschiedener Stakeholder, darunter Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Investoren und die Gemeinschaft. Durch die Szenariokonstruktion können Unternehmen verschiedene Perspektiven einbeziehen und einen offenen Dialog mit den Stakeholdern führen, um deren Bedürfnisse, Erwartungen und Anliegen zu verstehen und in die Planung einzubeziehen.
  • Anpassungsfähigkeit und Resilienz: Nachhaltige Unternehmen müssen flexibel und anpassungsfähig sein, um auf sich verändernde Umwelt- und Marktbedingungen reagieren zu können. Szenarien ermöglichen es Unternehmen, verschiedene Zukunftsszenarien zu analysieren und Strategien zu entwickeln, die robust und widerstandsfähig gegenüber Unsicherheiten und Veränderungen sind.

Durch die Einbeziehung der Szenariokonstruktion in die Unternehmensplanung können Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele besser definieren, ihre strategischen Entscheidungen verbessern und langfristige Werte für das Unternehmen und die Gesellschaft schaffen.

Szenariokonstruktion zur Identifikation von Geschäftschancen

Die partizipative Durchführung im Rahmen eines Workshops, mit Stakeholdern, Akteuren oder Experten, die nicht bereits die Schlüsselfaktoren ausgearbeitet haben, ist daher förderlich. Dies erhöht die Kreativität und die intersubjektive Nachvollziehbarkeit. Essenziell ist, dass jedes Szenario in der Realität verankert wird. Szenarien sollten zum Nachdenken anregen und als Inspiration für neue Handlungsspielräume gelten. Daher sollten sie erlauben, sich in sie hineinzuversetzen. Szenarien sind daher bewusst inakkurat, können aber den Blick neu öffnen und es können neue Dienstleistungen und neue Produkte entwickelt werden.

Alternative Szenarien erweitern den strategischen Horizont eines Unternehmens und ermöglichen es, über den Tellerrand hinauszuschauen. Indem verschiedene Zukunftsszenarien betrachtet werden, können Unternehmen ihre Strategien anpassen, um flexibel auf verschiedene mögliche Entwicklungen zu reagieren. Es hilft dabei, Chancen zu erkennen und Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Die Szenariokonstruktion spielt eine wichtige Rolle bei der Identifikation von Geschäftschancen aus verschiedenen Gründen:

  • Erkennung von Markttrends: Durch die Erstellung von Szenarien können Unternehmen verschiedene Markttrends identifizieren, die sich in der Zukunft entwickeln könnten. Dies kann dazu beitragen, aufkommende Bedürfnisse, Veränderungen im Kundenverhalten oder neue Technologien frühzeitig zu erkennen und Geschäftschancen zu identifizieren.
  • Früherkennung von Veränderungen: Szenarien ermöglichen es Unternehmen, potenzielle Veränderungen in ihrem Geschäftsumfeld zu antizipieren. Dies kann Veränderungen in der Wettbewerbslandschaft, im regulatorischen Umfeld oder in den sozioökonomischen Bedingungen umfassen. Durch die Identifikation solcher Veränderungen können Unternehmen proaktiv handeln und neue Geschäftsmöglichkeiten nutzen, bevor ihre Wettbewerber dies tun.
  • Innovationsförderung: Szenarien fördern kreatives Denken und die Generierung innovativer Ideen. Durch die Betrachtung alternativer Zukunftsszenarien können Unternehmen neue Ansätze, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle entwickeln, die sich von den herkömmlichen Lösungen abheben. Dies ermöglicht es Unternehmen, sich von der Konkurrenz abzuheben und neue Märkte zu erschließen.
  • Anpassung an veränderte Bedürfnisse: Szenarien helfen Unternehmen dabei, sich auf veränderte Kundenbedürfnisse und -präferenzen einzustellen. Durch die Identifikation von Trends und möglichen Zukunftsszenarien können Unternehmen ihr Angebot anpassen, um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden und neue Zielgruppen anzusprechen.
  • Ausnutzung von Lücken im Markt: Szenarien können Unternehmen dabei helfen, Lücken oder ungedeckte Bedürfnisse im Markt zu identifizieren. Durch die Analyse von alternativen Zukunftsbildern können Unternehmen Möglichkeiten erkennen, in Nischenmärkte einzutreten oder bestehende Lücken in Märkten zu schließen, in denen es noch keine ausreichende Konkurrenz gibt.
  • Risikominimierung: Szenarien ermöglichen es Unternehmen, mögliche Risiken und Herausforderungen in verschiedenen Zukunftsszenarien zu identifizieren. Indem sie sich auf alternative Szenarien vorbereiten, können Unternehmen ihre Risiken minimieren und gleichzeitig Chancen nutzen, die sich in diesen Szenarien ergeben.

Die Szenariokonstruktion bietet Unternehmen die Möglichkeit, über den aktuellen Stand hinauszublicken und ihre strategische Ausrichtung an möglichen zukünftigen Entwicklungen auszurichten. Durch die Identifikation von Geschäftschancen können Unternehmen Wachstumspotenzial erschließen, ihre Wettbewerbsposition stärken und nachhaltigen Unternehmenserfolg erzielen.

Szenariokonstruktion und Risikomanagement

Szenarien können auch dazu dienen, eine Risikoanalyse anzureichern, wenn man zum Beispiel Ressourcen, wie Personal oder technische Systeme betrachten möchte. Mithilfe der Szenariotechnik könnten Auswirkungen von Risiken und Bedrohungen auf Geschäftsprozesse analysiert und bewertet werden, um Notfallkonzepte zu entwickeln. Welche Risiken relevant sind, hängen von den jeweiligen Bedingungen im Unternehmen ab, Wettbewerber oder externe Faktoren wie das Klima können so Berücksichtigung finden.

Um den Szenario-Rahmen weitere Anreicherung zu geben, können zusätzlich sogenannte Szenario-Archetypen jeweils einem der vier Quadranten zugeordnet werden. Häufig verwendete Archetypen sind bsp. von Dator:

  • Wachstum (Growth or Continuation): aktuelle Annahmen gehen weiter, „fortgesetztes Wirtschaftswachstum“
  • Untergang (Collapse): Zusammenbruch der aktuellen Welt wie sie existiert, z. B. wirtschaftliche Instabilität, Umweltkatastrophen, Krieg
  • Disziplin (Discipline): stark einschränkende Barrieren, z. B. Ressourcenknappheit, neue wirtschaftliche Hürden und Grenzen, Einfuhrstopps
  • Transformation (Transformation): Ende der aktuellen Welt durch Erreichung eines neuen Reifegrades, Wertewandel und Technologischer Fortschritt

Die Entwicklung alternativer Szenarien ermöglicht es Unternehmen, Frühwarnsignale zu identifizieren und rechtzeitig auf Veränderungen zu reagieren. Indem verschiedene Zukunftsbilder betrachtet werden, können Unternehmen Trends und Anzeichen für Veränderungen besser erkennen und Maßnahmen ergreifen, um sich anzupassen oder Chancen zu nutzen, bevor es zu spät ist.

Fazit und Ausblick: zukunftssichere Entscheidungen

Mithilfe des Szenario-Prozesses soll die Vorstellung über mögliche Zukunftsräume geschärft werden. Die Erkenntnisse, die aus den konstruierten Szenarien kommen, bilden dabei eine in sich konsistente Landschaft ab, die zugleich strategische Handlungsoptionen für das gegenwärtige Handeln öffnen soll. In einem weiterführenden Prozess können dann robuste Strategien entwickelt werden, damit künftige Entscheidungen agil und resilient für das Unternehmen getroffen werden können.

Alternativen Szenarien bieten Unternehmen eine breitere Grundlage für fundierte Entscheidungen. Anstatt sich auf eine einzige Prognose oder Annahme zu stützen, können Unternehmen verschiedene Szenarien analysieren und ihre Entscheidungen anhand eines breiteren Spektrums von möglichen Ergebnissen treffen. Dies trägt zu einer robusten und flexiblen Entscheidungskultur bei.

Insgesamt ermöglicht die alternative Szenariokonstruktion Unternehmen eine proaktivere und zukunftsorientierte Herangehensweise. Sie unterstützt eine bessere Vorbereitung auf Veränderungen, die Identifizierung neuer Chancen und die Steigerung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Unsicherheiten und Risiken.

Häufige Fragen und Antworten

Die Alternative Szenariokonstruktion ist eine Methode der Zukunftsforschung, um vier konsistente Szenarien zu erstellen. Die Konstruktion beschränkt sich dabei auf zwei Faktoren bzw. Schlüsselfaktoren, mit je zwei alternativen, gegensätzlichen Zukunftsprojektionen.

Die Alternative Szenariokonstruktion wird innerhalb von Foresight bzw. Projekten der Zukunftsforschung angewendet, um ein Narrativ zu transportieren, aber auch für den Zweck des Szenario-Monitorings oder zur Entwicklung von Strategien. Klassisch werden Best-Case-Szenarien und Worst-Case-Szenarien identifiziert und klassifiziert.

Szenarien zeigen detaillierte Zukunftsbilder, die keine genaue Vorhersage treffen müssen, aber mögliche Alternativen aufzeigen können. Bekannteste Vertreter von Szenarien sind Dystopien und Utopien. Je nach Branche können Beispiele für Szenarien sehr unterschiedlich sein, zum Beispiel der Ausfall zentraler Computersysteme oder der Zusammenbruch der Netzinfrastruktur, aber auch der Wegfall wichtiger Lieferanten oder auch der Fachkräftemangel und der Einfluss auf das entsprechende Unternehmen können Inhalte der Szenarien sein.

Quellen

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Auswahl unserer Referenzen
  • European Environment Agency - European Union
  • European Commission
  • Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
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